VINUM WEINGUIDE 2020
4 STERNE

„Es hat sich mit dem Bau des neuen Weinguts ganz viel geändert für Andy und Steffen Rings. Die Kellerei kam mit dem massiven Jahrgang 2018 ohnehin wie gerufen, denn nun stehen die Weine endlich in einem
richtigen Keller, nicht mehr in einer Halle. Man arbeitet mit kleineren Tanks, hat einen zweiten Sortiertisch, alles geschieht nur noch über Schwerkraft, auch ganz ohne Maischepumpe. Wer die beiden Brüder
kennt, weiß, wie pingelig sie sind, wenn es um ihre Qualitäten geht. Jetzt wollen und können sie die Parzellen schärfer voneinander abgrenzen. Den Steinacker Riesling etwa haben sie, obwohl es eh nur 1.800 Liter
waren, in vier kleinen Edelstahltanks ausgebaut, weil es keine geschlossene Parzelle war. Das hat man auch so gemacht beim Pinot aus dem Felsenberg, den es nach zwei Jahren mit Frostschäden bzw. Hagel in 2018 wieder gibt: Er wurde in drei Partien aufgeteilt, weil die oberste davon einfach schneller reifte als die anderen. Leichtigkeit wird angestrebt
Das Ziel des Schaffens bei Rings sind Weine, die mit möglichst wenig Alkohol auskommen – dafür hin zu noch mehr Frische und Kühle.
Paradebeispiel ist der Riesling Kreid. Er ist eine Selektion aus der Parzelle Kreidkeller, die wiederum Teil des Saumagens ist. Aus dem Boden mit Roterde mit Kalk hat man kleinste, jungfernfrüchtige Trauben gelesen, die dann zu 0,1 Prozent Restzucker durchgegoren sind. Ein kühler Kerl mit immensem Druck. Künftig sollen viele Weißweine erst später auf den
Markt kommen; diese Umstellung beginnt Rings jetzt mit Burgundersorten, später ziehen dann die Rieslinge nach. Der Keller war von vornherein so geplant, dass man in ihm 1,5 Jahrgänge vorhalten kann. Uns hat die gesamte Kollektion sehr, sehr gut gefallen, auch wenn 2018 offenbar viele Parzellen, auch mit älteren Rebanlagen, von der Trockenheit arg
betroffen waren. Andy und Steffen ist es dennoch gelungen, dies im Wein nicht spüren zu lassen. Bei den Rotweinen hatten wir immer gedacht, dass 2017 lange nicht an 2016 heranreichen kann, doch sind wir eines Besseren
belehrt worden. Die Cuvée Das Kreuz oder der Spätburgunder Saumagen sind ganz hervorragend ausgefallen.“

Meiningers rotweinpreis 2019
dreimal auf dem Treppchen

1. Platz 2017 Freinsheim Spätburgunder „Vom Quarzsand“
3. Platz 2017 SAUMAGEN Spätburgunder GG
3. Platz 2015 Das KREUZ RÉSERVE

EICHELMANN 2020
4,5 STERNE

„Ein neuer Jahrgang und ein neuer Höhenflug: Hatten wir schon im vergangenen Jahr geschrieben, dass besonders bei den Rieslingen die Maßstäbe nach oben verschoben worden seien, so können die Rings-Brüder sich in diesem Jahr nochmals steigern, das Große Gewächs aus dem Saumagen ist der höchstbewertete Riesling der Pfalz in diesem Jahr und auch der Weilberg war noch nie so stark.“

GAULT MILLAU 2020
4 TRAUBEN

„Der Umzug ist erfolgreich bewältigt: 2018 ist der erste Jahrgang, den die Rings-Brüder im neu errichteten Weingut im Freinsheimer Kreuz verarbeitet haben. Längst war der alte Gutsbau im Freinsheimer Wohngebiet zu klein geworden, also baute man in den Weinberg, und zwar so, dass vom Gebäude bald nicht mehr viel zu sehen sein wird: Der Bau wurde fast vollständig mit Humus abgedeckt und bepflanzt. Ein weiteres Kapitel in der kurzen, aber bereits sehr erfolgreichen Geschichte des Gutes: Im Jahr 2001 gegründet, wurde es 2015 in den VDP aufgenommen, 2017 erfolgte die Biozertifizierung, und 2018 gab es die vierte Gault&Millau-Traube. Es waren aber auch Rückschläge zu bewältigen: Im Jahrgang 2016 verzichteten Andreas und Steffen Rings auf die GG-Spätburgunder aus dem Saumagen sowie dem Felsenberg, im Jahr 2017 schädigte Frost den Spätburgunder im Felsenberg zu 100 Prozent. Hier darf man unter normalen Umständen Großes erwarten von dem Brüderpaar: „Unsere Monopollage Felsenberg liegt im Naturschutzgebiet Berntal, umschlossen von Kalksteinmauern. Wir haben den Weinberg 2011 komplett renaturiert und mit burgundischen Pinot-Noir-Reben neu bestockt.“ Neu im Portfolio ist der Leistadter Kalkofen. Dieser liegt wiederum oberhalb des Felsenbergs und grenzt direkt an den Pfälzer Wald. „Der Kalkofen wurde nie flurbereinigt“, berichten die Rings’, „und er ist reich an alten Reben auf einem massiven Kalksteinboden. Hier konnten wir uns zwei Parzellen mit
Spätburgunder sichern, der im Jahr 1971 gepflanzt wurde.“ Die Kühle vom Pfälzer Wald und die alten Reben sorgen für einen finessenreichen, eleganten Wein, eine echte Bereicherung des Sortiments. Eine solche ist auch der Kreid, eine Topselektion aus einem Filetstück des Kallstadter Saumagens; der Name nimmt Bezug auf den kreidigen Kalkstein der
Parzelle. „Dieser Wein ist eine Hommage an unseren Vater, der leider dieses Jahr verstorben ist“, erklären die Brüder. Zusammen mit dem Spätburgunder GG Saumagen stellt dieser Ausnahmewein die Spitze der vorgestellten Kollektion dar, in der Weiß wie Rot gleichermaßen überzeugen können – auch hierin nimmt das Gut eine Ausnahmestellung ein. Diese resultiert aus Enthusiasmus und besessener Arbeit am Detail: „Wir sind Weinverrückte. Wein ist unser Leben, dafür arbeiten wir 365 Tage. Naturnaher Weinbau erfordert viele Hände – zum Entblättern,
Ausgeizen, Halbieren, Selektieren uns Sortieren.“ Im Weinberg werden zur Durchwurzelung des nützlingen Buchweizen, Klee sowie Rettich eingesät, als Dünger wird Pferdemist ausgebracht. Zur Vinifizierung ihrer Spitzenrotweine sagen die Rings’: „Die Trauben werden von Hand gelesen, im Weingut nochmals sortiert und per Hand abgebeert. Ohne Pumpvorgänge kommen die Trauben in ihre Holzgärbottiche, die ‚cuves‘,
mit einem Anteil ganzer Trauben. Nach einer kurzen Mazerationszeit vergärt die Maische spontan, mit natürlichen Hefen.“ Der Ausbau erfolgt für 18 Monate anteilig in neuen und gebrauchten Barriques.
Der zu verzeichnende Qualitätsschub bei den Weißweinen ist auch neuen Lagen im Portfolio zu verdanken: Die Mehrzahl der Rings’schen Reben
steht nach wie vor um Freinsheim, aber in den vergangenen Jahren sind noch Weinberge in Ungstein (Nussriegel, Weilberg) sowie in Kallstadt (Saumagen, Steinacker) dazugekommen, die markante Rieslinge hervorbringen. „Wir sind überzeugt vom Potenzial unserer Lagen. Denn sie machen den Unterschied. Diese Motivation trägt uns jeden Tag, in der Familie und im ganzen Team“, erklären die Brüder ihren nicht zu bremsenden Antrieb.“

FALSTAFF WEINGUIDE 2019
4 STERNE

„Weilberg, Saumagen und Steinacker – das ist das Lagentrio, mit dessen Rieslingen Andreas und Steffen Rings auch 2018 punkten konnten. Dabei hat der Weilberg die größte Spannung, der Saumagen die brachialste Kraft, der Steinacker das beste Ebenmaß. Ein Genuss sind alle drei – und eigen, wie es sich für große Lagenweine gehört. Ein klein wenig schwerer greifbar in seinem Herkunftscharakter war für unsere Verkoster der Prestige-Riesling „KREID“ – was vielleicht auch nur der Jugend dieses Weins geschuldet ist. Die 2017er Spätburgunder zeigen das Jahr von seiner besten Seite.“